Die ersten sicht- und vorallem hörbaren Ergebnisse können bestaunt werden! Wieviel Arbeit hinter diesem Hörspiel steckt? Das erfahren Sie hier.

In der dritten Projektphase, die von Mai bis Juli 2015 mit SchülerInnen des Chemnitzer Schulmodells durchgeführt wurde, stand der höchste Chemnitzer Schornstein im Fokus. Am Beispiel der künstlerischen Umgestaltung des Schornsteins, dem durch seine vertikale Exposition eine identitätsstiftende Wirkung zugeschrieben wird, wurde eine Medien- und Bildanalyse durchgeführt. Eine vorbereitete Recherche zur Bemalung des Chemnitzer Schornsteins, die Presseartikel, (Leser)Kommentare und Aussagen in Sozialen Medien zwischen 2011 und 2015 beinhaltet, bildete die Grundlage für die Untersuchung.
Die teilnehmenden SchülerInnen wurden zunächst dazu angeleitet, die Aussagen inhaltlich zu analysieren und sprachliche Zuschreibungen herauszuarbeiten, die sich auf den Schornstein beziehen. Diese wurden anschließend unter den Begriffen Image und Identität gemeinsam reflektiert, sowie die beteiligten Akteure und deren diskursprägende Subjektpositionen identifiziert. Die chronologische Anordnung der Ereignisse in einem Zeitstrahl, denen die Ergebnisse der Inhaltsanalyse zugeordnet wurden, lieferte die Grundlage für das Erstellen eines Drehbuchs. Dazu entwickelten die SchülerInnen verschiedene Szenen, die sowohl die sprachlichen Zuschreibungen als auch die unterschiedlichen Akteure aufgreifen. Die Dialoge wurden auf Grundlage wörtlicher Zitate aus den analysierten Texten erstellt und zusätzlich mit Anweisungen zur performativen Darstellung erläutert. Im Anschluss übernahmen die SchülerInnen selbst eine Rolle und die Szenen wurden nachgespielt und mit einem Aufnahmegerät aufgezeichnet. Das daraus entstandene Hörspiel wurde zusätzlich mit Bildern und Textfragmenten ergänzt und visualisiert, denn das Zusammenfügen sprachlicher und visueller Repräsentationen erhöht die Komplexität der Perspektivendarstellung.
Der kombinierte Methodenansatz einer sprachlichen Analyse und der Auseinandersetzung mit medial verwendeten Bilder einerseits sowie die performative Umsetzung und Darstellung andererseits bewirkten, dass die SchülerInnen ein Bewusstsein für konstruierte Räume entwickelten und sich aktiv mit den Perspektive der Akteure auseinander setzten, indem sie sich in diese hinein versetzten. Die Verbindung der Verstehenshorizonte erhöhte das Verständnis, wie Raum hergestellt wird und machte die Komplexität (be)greifbarer. Die Aufführung des visuellen Hörspiels im Rahmen der Modulkonferenz ist zudem eine „Bühne“, die dazu beiträgt den öffentlichen und gesellschaftlichen Dialog anzuregen.