An einem Freitag-Nachmittag mit Gewitterprognose traf sich das gesamte Projekt-Team, um gemeinsam die bisherige App zu testen. Es wurden die bisherigen Ergebnisse des Denkwerk-Projektest sowie deren Einarbeitung in die App analysiert. Jetzt ist definitiv klar, welche Fehler sich eingeschlichen haben und wo Verbesserungsbedarf herrscht – aber auch, wie sehr sich die Arbeit gelohnt hat und dass sich das Ergebnis sehen lässt. Mary-Anne Kockel, die Interaction Designerin, die die App für das Projekt ‚Industriegeschichte erleben‘ entwirft, gab allen zunächst eine Einführung in die Funktionsweise der App. Mit der App sollen Nutzer_innen Informationen zur Industriegeschichte in Chemnitz in Form von Texten, Fotos, kurzen Videos sowie Audios erhalten. Diese Informationen sind GPS-abhängig, das heißt, dass die Informationen erst dann auf dem Tablet erscheinen, wenn der/die Nutzer_in in Chemnitz spazieren geht, die App installiert hat und auf eines unserer GPS-Signale trifft.

Doch fangen wir am Anfang an: Auf einer allgemeinen Startseite in der App soll zunächst Grundsätzliches geklärt werden: in einer Einleitung wird auf die Industriegeschichte Chemnitz und deren Wahrnehmung in der Bevölkerung hingewiesen, in einem weiteren Text werden die Hintergründe und Ziele der App verdeutlicht zudem gibt es eine Bedienungsanleitung, die die App nochmals erklärt, sowie eine Auflistung aller Akteure, die an dem Projekt mitgearbeitet haben.

Insgesamt können die App-Nutzer_innen auf drei Arten von Daten zurückgreifen:

(A) Ansichten – hier geht es um subjektive Aussagen. Menschen teilen ihre Beobachtungen und Erinnerung und verschaffen somit den Nutzenden der App einen einzigartigen Einblick in die Entwicklung der Stadt und ihre Industriestandorte.

(F) Fakten – hier stehen (historische) Fakten und Hintergrundinformationen im Mittelpunkt. Hier erfahren die Nutzer_innen Wissenswertes über ihre Stadt und ihre Entwicklung.

(D) Diskurse – hier stehen die Auseinandersetzungen zu bestimmten Entwicklungen im Vordergrund. Durch die Art und Weise, wie bestimmte Entwicklungen in der Stadtgesellschaft, der lokalen Politik und den Medien verhandelt wird, kann man viel über das vorherrschende Bild der Stadt und ihrer Industriestandorte erfahren.

Diese verschiedenen, erhobenen Daten werden dann noch zusätzlich speziellen Spaziergängen zugeordnet. Insgesamt gibt es derzeit sechs verschiedene historische Spuren, auf denen mithilfe der App gewandert werden kann: (1) Aufbruch und Umbruch: Wie sich das Gesicht der Stadt verändert, (2) Einsichten: Die Stadt aus der Perspektive ihrer Bewohner_innen, (3) Junge Chemnitzer_innen begegnen ihrer Stadt, (4) International Walk: Der Brühl durch die Augen und Ohren internationaler Gäste, (5) Leben und Arbeiten: Einblicke in industrielle Lebenswelten sowie (6) Auf den Spuren Richard Hartmanns.

Die Baustelle, die den Weg versperrte

Die Baustelle, die den Weg versperrte

Nachdem uns diese Struktur klar war, zogen wir auf den Brühl und versuchten, die App zu bedienen. Das gestaltete sich teils schwieriger als erwartet, nicht zuletzt da der Brühl im Umbruch ist und vor Baustellen nur so strotzte.

So könnte das Ganze aussehen...

…so könnte die App-Nutzung dann aussehen.

Zum Teil hatten wir keine Möglichkeit an die gewünschten Koordinaten-Stellen heranzukommen, sodass wir auf keine Daten zurückgreifen konnten. Dennoch war es ein sehr unterhaltsamer Nachmittag, der uns allen verdeutlichte, wie die Daten, die von uns mühevoll und in Kleinstarbeit erhoben werden, später umgesetzt werden können. Wir sind gespannt auf das Ergebnis!