In unserem didaktischen Ansatz beziehen wir uns auf ein relationales Raumkonzept, das Raum zum einen in seiner Bedeutung für Menschen erfasst und die Verflechtungen zwischen unterschiedlichen Orten untersucht. Dabei werden Räume zudem als Vorstellungswelten verstanden, die durch eigene Erfahrungen geprägt sein können, aber ebenso auf Bedeutungsgehalten beruhen, die durch verschiedene Medien verbreitet werden. Um der Komplexität von räumlichen Produktionsprozessen gerecht zu werden, leiten wir die Schüler/innen mit verschiedenen Methoden darin an, ihre eigenen sinnlichen Erfahrungen mit ihrer Umgebung aktiv zu reflektieren, die individuellen Wahrnehmungen Anderer zu analysieren und Spuren historischer Nutzungen zu interpretieren. Dadurch werden sie angeregt, die Bedeutung der industriellen Vergangenheit von Chemnitz aus unterschiedlichen Akteursperspektiven nachzuvollziehen und die Auswirkungen von verschiedenen Deutungsmustern auf aktuelle raumbezogenen Bewertungen und Nutzungen zu verstehen.

Zunächst werden die Schüler/innen an die Prinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens herangeführt und methodisch geschult. Es folgt die Herausarbeitung von spezifischen Arbeitsaufträgen und Fragestellungen und die Findung von Arbeitsgemeinschaften innerhalb der Schülergruppen, die in Folge – begleitet durch Dozenten, studentische Hilfskräfte und Lehrer – die Forschungsaufgaben bearbeiten.  Zu den Arbeitsmethoden unserer vier Module gehören Begehungen und Kartierungen, Archivrecherchen, die Durchführung bewegter und stationärer Interviews, die Recherche und Analyse von Daten sowie die Auswertung von Presseartikeln. In dieser Phase wird vor allem auf Gruppenarbeit und individuelle Arbeiten zurückgegriffen. Die Ergebnisse werden regelmäßig in schulinternen Veranstaltungen und auf öffentlichen Tagungen präsentiert.